Stabilisation des Reiters

Heute geht es als erstes um Stabilisation. Das verflixte beim Reiten ist, dass wir sowohl eine Stabilisation als auch eine Beweglichkeit brauchen. Jetzt überlegt ihr wahrscheinlich wie das gehen soll… Stellt euch vor, ihr sitzt auf dem Pferd und  wollt angaloppieren aus dem Schritt. Dafür müsst ihr ruhig sitzen also stabil sein im Rumpf und Becken und gleichzeitig müsst ihr die Beine bewegen können um die Hilfen zu geben. Oder anderes Beispiel: ausgesessen Traben: fürs mitschwingen braucht ihr Beweglichkeit im Becken und damit die Beine nicht „rumfliegen“ müssen diese trotzdem stabil sein.

Das wichtigste oder der wichtigste „Ort“ die stabilisiert werden muss ist die Körpermitte. Hierfür eine einfache Übung.

Ausgangsstellung: Legt Euch auf den Rücken und stellt die Beine angewinkelt auf den Boden (zu Anfang keine zu weiche Unterlage).  Der Rücken soll gerade sein- dies bedeutet, dass die Unterlage immer gespürt werden soll. Legt Eure Finger direkt vor eure Beckenknochen „ins weiche“- dort befindet sich unter anderem ein Teil der Bauchmuskulatur. Somit könnt ihr mit euren Fingerspitzen die Spannung kontrollieren.

Übungsausführung: Nun versucht ihr den Unterbauch einzuziehen. Oder anders gesagt, den Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule zuziehen oder den Knopf einer engen Hose zuschliessen. Zudem spannt ihr den Beckenboden an. Dies mit folgenden Bildern: Harn zurückhalten; „Etwas in sich hineinziehen“; Verschliessen der „Körperöffnungen“; Hoden nach oben ziehen

Achtung: Keine Vorwölbung des Unterbauches; Kein Einziehen des Oberbauches, Keine Wirbelsäulen- und Brustkorbbewegung; Entspannt und ruhig weiteratmen!!!; Die Spannung darf nicht sehr anstrengend sein- geringe Kraftaufwendung

Wiederholungen: die Muskelspannung solange als möglich halten (10- 20 Sekunden), 5-10 Wiederholungen

Steigerung: Wenn ihr die Muskelspannung gut durchführen könnt, kann die Übunge bzw. die Muskelspannung auch im Sitzen und Stehen ausgeführt werden. Die  Dauer der Anspannung und der Häufigkeit kann langsam gesteigert werden. Dann kann die Muskelspannung auch im Alltag eingebaut werden (Treppensteigen, Heben von Lasten und Reiten!). Zudem kann die Grundübung schwieriger gemacht werden, indem abwechselnd ein Bein vom Boden abgehoben wird. Dies jedoch nur so hoch und so schnell, dass der ganze Körper (vor allem das Becken) stabil/ unbeweglich bleibt und sich nur das eine Bein im Hüftgelenk bewegt.

 

Eine „einfache“ Übung beim Reiten ist dafür: Übergänge nur mit Bauchspannung zureiten. Dies bedeutet, dass ihr zum Beispiel versucht vom Trab in den Schritt durch zu parieren, nur indem ihr den Bauch anspannt und dadurch etwas schwerer in den Sattel sitzt. Ganz wichtig, ihr dürft nicht an den Zügeln ziehen! Eine Möglichkeit dies zu verhindern ist, dass ihr einen Knoten in diese macht und freihändig reitet. Dies aber vielleicht besser, wenn jemand euer Pferd an der Longe führt. Aber Achtung es ist alles andere als einfach. Einfach ist hier nur, da ihr keine Hilfsmittel braucht und es überall und immer durch zu führen ist. Beginnt vom Trab in den Schritt und erst später Galopp zu Trab. Wenn das beides geht, könnt ihr versuchen ob es auch vom Galopp in den Schritt funktioniert.

Zudem ist es möglich mit Krafttraining in diesem Punkt zu unterstützen. Jedoch nur dosiert bzw. um muskuläre Dysbalancen zu beheben und als Ausgleichstraining. Im Pilates und Yoga wird ebenfalls die Körpermitte trainiert. Somit sind dies gute Trainingsvarianten etwas positives fürs Reiten zu tun ohne Pferd.

 

Nun wünsche ich Euch wieder einmal viel Spass beim ausprobieren und bei Fragen- meldet Euch einfach!

Eure Anne-Louise

 

Fotos: www.google.ch

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