Seitengänge und Schenkelweichen

Seitengänge mit Stangen kombiniert

Als erstes

Ich liebe sie! Nuno Oliveira hat auch gesagt: Das Schulterherein ist das Aspirin der Reiterei – es heilt alles. Deshalb sollte jeder Reiter und jedes Pferd die Seitengänge und das Schulterherein beherrschen, an ihnen arbeiten und sie immer wieder im Training einbauen.

Ich zeige Euch neue Möglichkeiten die Seitengänge mit Stangen zu kombinieren und bereits im Muskelaufbau nach einer Verletzung einzubauen. Seitengänge sind Vorwärts-Seitwärts-Bewegungen mit gleichmässiger Längsbiegung in entsprechender Versammlung. Wichtig ist, dass die Seitengänge korrekt ausgeführt werden. Wenn Ihr unsicher seid holt euch unbedingt professionelle Hilfe! Denn über das WIE möchte ich hier nicht schreiben- haben bereits viele gemacht. Ich beschränke mich auf das Warum und die Trainingsmöglichkeiten. In diesem Beitrag zähle ich das Schenkelweichen auch zu den Seitengängen, obwohl es eigentlich nicht dazu gehört, da in diesem Fall das Pferd nur gestellt und nicht gebogen ist. Zudem kann es auch ohne Versammlung geritten werden. Das Schenkelweichen kann aber sehr gut als Vorbereitung auf die „richtigen“ Seitengänge wie Schulterherein, Travers, Renvers und die Traversale angeschaut werden. Zudem sollen Takt, Tempo und Bewegungsfluss immer erhalten bleiben.

Was bringen Seitengänge?

  • Gymnastizierung
  • Geraderichtung
  • Durchlässigkeit
  • Hankenbeugung
  • Beweglichkeit: Schulterfreiheit, Becken
  • Gleichgewicht
  • Gehorsam
  • Geschmeidigkeit
  • Tragkraft
  • Verstärkungen

 

Rückwärts und Vorwärts

Zum Hinterhand trainieren eignet sich zudem auch das Rückwärts richten sehr gut. Ein Wechsel von Rückwärts und Vorwärts lässt sich einfach einbauen. Zudem ist es eine wunderbare Gehorsamsübung und das Geraderichten wird auch trainiert.

 

Vorwort zu den Übungen

Alle hier vorgestellten Übungen sollten in der Rehaphase zuerst vom Boden aus an der Hand, dann wenn möglich an der Doppellonge und dann unter dem Sattel durchgeführt werden. Zudem immer zuerst im Schritt, dann im Trab und dann wenn möglich auch im Galopp. Trab und Galopp aber nicht an der Hand, sondern nur an der Doppellonge und unter dem Reiter.

Zudem sind alle Zeichnungen Ideen und können geändert beziehungsweise kombiniert werden.

 

1. Übung

Zum Anfangen legt Ihr Euch je 2 Stangen neben einander wie auf dem Bild. Es können Stangen aus der Equikinetik sein, aber es geht auch mit ganz normalen.

Nun seid ihr immer gerade zwischen den Stangen, dann seitlich bis zu den nächsten und wieder zurück. Fangt mit einer Seite an und erst wenn eine Seite gut geht, kehrt die Übung direkt um.

Seitengänge zwischen den Stangen durch reiten
Seitengänge zwischen den Stangen durch reiten

2. Übung

Seitengänge über die Stangen reiten
Seitengänge über die Stangen reiten

Die 2. Möglichkeit ist vom Grundaufbau her wie die erste, aber nun reitet ihr nicht zwischen den Stangen durch, sondern über die Stangen. Natürlich müsst ihr den Abstand der Stangen an die Gangart anpassen. Zudem könnt ihr die Stangen bei 1 am Boden liegen lassen und bei 2 je eine Seite leicht erhöhen oder jedes zweite Cavaletti halb hoch stellen. Auf diese Weise müssen die Pferde ihre Beine mehr heben und die Übung aktiver machen.

 

3.Übung

Für diese Übung legt Ihr entweder ein offenes Viereck oder ein Viereck mit Dreieck. Nun ist es eine Möglichkeit seitlich im Schenkelweichen oder Seitengängen über je eine Stange treten zu lassen. Auch hier werden die Beine aktiver gehoben durch die Stangen.

Zudem führt Euer Pferd gerade über eine Stange und lässt es dahinter anhalten. Dann wieder rückwärts über die Stange zurück.

Durch das Dreieck wird die Aufmerksamkeit des Pferdes noch mehr gefordert.

Variation Seitengänge und Stangen
Variation Seitengänge und Stangen

Fazit

Wie schon gesagt: ich liebe es und mein heutiges Faszit: probiert es selber aus!

Bei Fragen könnt Ihr euch wie immer einfach melden!

 

Eure Anne-Louise

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